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“Künstlerliaison” Exhibition at MUNIKAT, Munich

„Künstlerliaison“ kuratiert von María Ines Plaza Lazo.

Ort: MUNIKAT projekte 
Gabelsbergerstr. 26 / 80333 München / Tel. 089 – 41551847

Vernissage: Fr. 4. April 2014, ab 18:00
Ausstellungsdauer: Sa. 5. April bis Mi. 30. April
 
Künstlergespräch: 
Oscar Santillan – Mittwoch, 9.4.2014, 19:00
Gabi Blum – Mittwoch, 23.4.2014, 19:00
 
Öffnungszeiten: 
Mi. 14 – 19 Uhr, Do. 14 – 20 Uhr, Fr. 14 – 19 Uhr, Sa. 13 – 17 Uhr

 
Die Künstler: 

Ayzit Bostan (München), Anna McCarthy (München, Glasgow), Gabi Blum (München), Pablo Alonso Alonso (Berlin), Amedeo Polazzo(München), Christiane Pooley (Paris, München), Martin Hast (Wien, München), Jonathan Penca (Frankfurt, München), Tobias Yves Zintel (Berlin), Kaori Nakajima (Tokyo, München), Iris Touliatou (Paris, Berlin), Oscar Santillán (Maastricht, Guayaquil),Fernando Falconí (Guayaquil), Ricardo Coello Gilbert (Guayaquil), Juana Córdova (Cuenca), Miguel Alvear (Quito), Anthony Arrobo (Guayaquil), Maria Jose Argenzio (Guayaquil), Estefanía Penaherrera (Paris, Quito), Karina Skvrisky (New York, Guayaquil),Jaime Nunez del Arco (Guayaquil), Dennys Navas (Guayaquil), Stefano Rubira (Guayaquil), Ilich Castillo (Guayaquil)

 

Inwiefern ist die Biographie des Künstlers wichtig für das Verständnis seines Kunstwerkes? Und inwiefern nähert sich der Kurator biographisch und persönlich dem Kunstwerk bei der Analyse und Kritik desselben? Das Charakteristische daran ist, dass die inter-pretatorischen Texte zur Gegenwartskunst aus einen empirischen Horizont entstehen, nämlich aus dem Besuch des Ateliers, aus Vernissagen und Finissagen, sowie einer emotionalen Beziehung zu dem Kunstwerk. Das heißt, die eigenen Wahrnehmungshorizonte markieren die unterschiedlichen Weisen der Aneignung, Vergewisserung und Deutung von Kunst.
 
 
 

Trotz einer institutionellen Kritik an der internationalen und homogenisierten kuratorischen Praxis, soll Künstlerliaison die Beziehung, das Verhältnis, la liaison zwischen Künstler und Kunstvermittler (Kunsthistoriker und Kurator) feiern. Die Ontologisierung von Sinn, verlagert in Kunstobjekte, setzt eine Stimme voraus, die sowohl formale als reale Kategorien bei der Betrachtung von Kunst enthält. Welche ist aber diese Realität, die uns der Kunstvermittler anbietet? Aber vor allem: Inwiefern verleiht diese Realität im Text eine Kohärenz zwischen Kunstwerk und Künstler?
 
Der Titel Künstlerliaison bewahrt in sich eine humorvolle Ironie: Dass die Betreuung von Künstlern und deren Arbeit innerhalb einer Galerie als Liaison bezeichnet wird, gibt dem Betrieb einen gewisses Appeal, eine Sensualität die verkauft werden will. Liaison, das französische Wort, dass eher „Verhältnis“ und „Verbindung“ in sich trägt, sollte hier anderes ansprechen, nämlich die ehrliche Intimität, die nur bei der Konfrontation mit dem Künstler und seinem Werk entsteht. Dieses Verhältnis weckt nicht nur hier Fragen, sondern ständig und überall. La Liaison, wenn dieses eine fruchtbare Instanz sein sollte, dann nicht als Formalität, als wirtschaftlich getriebener, generischer Koordinationsstandard, sondern als bedeutendes Aufklärungsmoment und sinnliches Erwachen für alle Parteien.
 
Künstlerliaison spiegelt sich auf dem Topos des literarischen Salons, der als Treffpunkt intellektueller Interessen veranstaltet wurde, wieder – ein Jourfixe, bei dem alle Beteiligten selbständig etwas beitragen. Die Künstler der Ausstellung sind somit beauftragt, genau das auszustellen, was sie wollen. Es ist nicht das Kunstwerk, das ausgewählt wird, sondern die Künstler mit denen die Kuratorin der Ausstellung selbst gearbeitet hat, die sie schon mal in ihrem Atelier besucht hat, über die sie Texte geschrieben, mit denen sie diskutiert und mit deren Arbeit sie sich theoretisch auseinandergesetzt hat. Dieses Verhältnis, diese Verbindung wird zur Eröffnung der neuen Räumen von MUNIKAT zelebriert. Den Versuch, die Balance zwischen theoretischer und persönlicher Auseinandersetzung künstlerischer Produktion zu schildern, wird ermöglicht, indem jedes Kunstwerk von einer Anekdote begleitet wird.

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